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Wohnsitz anmelden: So geht’s und das brauchen Sie dafür

Junge Frau sitzt am Schreibtisch und sortiert Dokumente
vladans, iStock

Wohnsitz anmelden: Welche Frist muss ich beachten?

Im Regelfall haben Sie eine Woche Zeit, um sich nach dem Umzug auf den Weg zum Bürgeramt zu machen. Manche Gemeinden räumen auch eine Frist von zwei Wochen ein.

Falls Sie die Frist versäumen, müssen Sie unter Umständen ein Bußgeld zahlen.

Sich rechtzeitig anzumelden, macht Sinn: Erst wenn Sie am neuen Wohnsitz angemeldet sind, können Sie viele weitere Behördengänge angehen – zum Beispiel ein Auto zulassen.   

Wenn Sie sich zu spät anmelden, verzögert sich also auch vieles andere, das Sie nach dem Umzug noch erledigen müssen.

Damit Sie nicht zu sehr in Stress geraten, bietet die Umzugsmitteilung der Deutschen Post einen wertvollen Service: Lassen Sie Ihre Vertragspartner wissen, dass Sie umgezogen sind – ganz kostenlos für Sie.

Nur wer länger als 6 Monate bleibt, muss sich anmelden

Laut § 27 Bundesmeldegesetz gilt: Wer für maximal 6 Monate in eine Wohnung zieht, muss sich weder an- noch abmelden.

Bleiben Sie aber länger als ein halbes Jahr, müssen Sie Ihren Umzug in die neue Wohnung innerhalb der normalen Frist melden.

Wohnsitz anmelden oder ummelden – was ist richtig?

Viele fragen sich: Was genau ist der Unterschied zwischen Wohnsitz-Anmeldung und Ummeldung?

  • Wohnsitz ummelden bedeutet, dass Sie innerhalb derselben Stadt oder Gemeinde umziehen und Ihr altes Einwohnermeldeamt für sie zuständig bleibt.
  • Wohnsitz anmelden heißt, dass Sie an einen anderen Ort ziehen und nun den Weg zu einer anderen Meldebehörde antreten müssen. Dabei handelt es sich immer um das Einwohnermeldeamt, an manchen Orten heißt es auch Bürgeramt.

Hauptwohnsitz anmelden: Welcher ist das?

Sie haben mehrere Wohnungen, weil Sie z. B. für Ihren Job pendeln? Dann müssen Sie sich für einen Hauptwohnsitz entscheiden und diesen entsprechend anmelden. Üblicherweise ist der Hauptwohnsitz der Ort, an dem Sie sich überwiegend aufhalten.

Aber: Angenommen, Sie wohnen fünf Tage die Woche in Ihrer kleinen Dienstwohnung und sind nur am Wochenende zu Hause bei Ihrer Familie. Ist also die Dienstwohnung dann Ihr Hauptwohnsitz? Nein – in diesem Fall gilt eine Ausnahmeregelung. Wer in einer Familie lebt, dessen Hauptwohnsitz ist immer der Familienwohnsitz.

Vater trägt Sohn auf der Schulter
Wenn Sie als Familie Ihren Wohnsitz anmelden, muss nur einer zum Amt und kann alle anderen mit anmelden.

Welche Unterlagen brauche ich beim Einwohnermeldeamt?

Ob Ummeldung oder Anmeldung – Folgendes müssen Sie beim Behördengang dabei haben:

  • Personalausweise aller anzumeldenden Personen (Familienmitglieder)
  • wenn vorhanden: Reisepässe
  • ausgefülltes Meldeformular
  • bei Mietwohnungen: Wohnungsgeberbestätigung (auch Vermieterbescheinigung genannt)

In manchen Ämtern fällt für die Ummeldung eine kleine Gebühr an. Denken Sie daher auch daran, für alle Fälle etwas Bargeld mitzunehmen.

Wohnsitz anmelden durch Vertreter

Am einfachsten ist die persönliche Anmeldung. Denn beim Einwohnermeldeamt wird auch gleich Ihr Personalausweis auf die neue Anschrift ungeschrieben – den müssen Sie also in jedem Fall vorlegen.

Wenn Sie es zeitlich gar nicht schaffen, können Sie aber auch einen Vertreter mit Ihren Unterlagen aufs Amt schicken. Dieser darf die Unterlagen aber nur einreichen, das Meldeformular müssen Sie selbst unterschreiben. Ausnahme: Bei Familien genügt es, wenn eine Person unterschreibt und alle anderen mit anmeldet.

Ansonsten müssen Sie Ihrem Vertreter eine schriftliche Vollmacht mitgeben. Achtung: In manchen Bundesländern, zum Beispiel Hessen und Bayern, muss eine solche Vollmacht beglaubigt sein. Das können Sie z. B. bei einem Notar erledigen.

Wohnsitz anmelden per Post: Wie und wo geht das?

Einfacher ist es, sich per Post anzumelden – soweit das möglich ist. Manche Behörden akzeptieren die Anmeldung auf diesem Weg, zum Beispiel in Bayern. Erkundigen Sie sich am besten direkt beim zuständigen Bürgeramt, ob Sie die Unterlagen einfach zuschicken können.

Dabei ist zu beachten:

  • Das Meldeformular muss unterschrieben sein.
  • Sie müssen Kopien sämtlicher Personalausweise Ihrer Familienmitglieder beilegen.
  • Sobald Sie Zeit haben, müssen Sie doch einmal persönlich im Bürgeramt vorbeischauen und den Ausweis oder die Ausweise auf die neue Adresse umschreiben lassen.

 Wohnsitz anmelden ohne Mietvertrag – geht das?

Sie müssen nicht den Mietvertrag vorlegen, wenn Sie Ihren neuen Wohnsitz anmelden – die Wohnungsgeberbestätigung reicht. Aber: Um diese zu bekommen, muss natürlich vorab ein Mietvertrag geschlossen worden sein.

Denn: Es ist verboten, unter einer bestimmten Adresse einen Wohnsitz anzumelden, ohne tatsächlich dort zu wohnen. Es handelt sich dann um einen sogenannten Scheinwohnsitz.

Manchmal melden sich z. B. Eltern zum Schein unter einer neuen Adresse an, damit ihr Kind einem bestimmten Schul- oder Kitabezirk zugerechnet wird. Das ist nicht erlaubt.

Fliegen Sie mit einem Scheinwohnsitz auf, kann Ihnen die Meldebehörde ein hohes Bußgeld in Rechnung stellen. Vermieter, die eine falsche Wohnungsgeberbestätigung ausstellen, riskieren ebenfalls hohe Bußgelder.

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