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Zweitwohnsitzsteuer: Wer muss sie zahlen und wer ist befreit?

Junge Frau am Fenster einer Wohnung mit Handy in der Hand, davor auf dem Bett ein Koffer
BakiBG, iStock

Warum verlangen manche Städte eine Zweitwohnsitzsteuer?

Ob sie eine Zweitwohnsitzsteuer erhebt, und wie hoch diese ist, kann laut Gesetz jede Stadt oder Gemeinde selbst entscheiden. Und viele lassen sich die Zusatz-Einnahmequelle nicht entgehen. Die Kommunen sehen es nämlich grundsätzlich am liebsten, wenn sich ihre Einwohner mit Hauptwohnsitz anmelden. Warum? Dafür bekommen sie pro Person Zuschüsse aus dem kommunalen Finanzausgleich.

Wer sich "nur" mit Zweitwohnsitz anmeldet – etwa, weil er in der entsprechenden Stadt nur vorübergehend studiert oder weil er dort ein Ferienhaus besitzt – muss daher häufig Steuern dafür zahlen. Denn auch er nutzt schließlich die öffentlichen Wege und Einrichtungen, die die Kommune unterhält.

Wie hoch ist die Steuer für den Nebenwohnsitz?

Die Höhe kann jede Stadt selbst festlegen. In den meisten Fällen berechnet sich die Zweitwohnsitzsteuer anhand der jährlichen Netto-Kaltmiete. Sie beträgt je nach Stadt zwischen 5 und 15 Prozent der Kaltmiete.

Wird die Steuer auch für ein Zimmer fällig?

Auch das ist von Ort zu Ort unterschiedlich: Manche Städte erheben die Steuer erst, wenn jemand eine Wohnung mit Küche und Bad für sich allein hat. In anderen Kommunen wird man schon für ein WG-Zimmer, ein Zimmer zur Untermiete oder einen Dauer-Campingplatz zur Kasse gebeten. Informieren Sie sich am besten direkt beim Einwohnermeldeamt, wenn Sie Ihren Zweitwohnsitz dort anmelden.

Wer ist von der Zweitwohnungssteuer befreit?

Grundsätzlich von der Steuer befreit sind Personen, die am Zweitwohnsitz

  • in einer Gemeinschaftsunterkunft leben (z. B. Therapie- oder Erziehungseinrichtung, Alten- oder Pflegeheim, Unterkunft für Soldaten oder Polizeivollzugsbeamte)
  • im Gefängnis sitzen
  • oder sich vorübergehend (nicht länger als 2 Monate) in einem Hotel oder eine Pension aufhalten.

In Bayern werden außerdem Geringverdiener auf Antrag von der Steuer befreit. Das Jahreseinkommen darf eine bestimmte Höhe nicht übersteigen (Stand 2018: 29.000 Euro für Alleinstehende, 37.000 Euro für Verheiratete oder Verpartnerte).

Für Azubis und Minderjährige gilt: Befreit ist, wer einen Zweitwohnsitz bei den Eltern oder einem (geschiedenen) Elternteil hat und noch finanziell von den Eltern abhängig ist.

Berufspendler, die eine Dienstwohnung haben, sind für diesen Zweitwohnsitz von der Steuer befreit, wenn sie verheiratet sind und der Hauptwohnsitz die gemeinsame Wohnung mit dem Partner ist.

Junger Mann steht in einer Wohnung und bindet seine Krawatte
Verheiratete Berufspendler, die ihren Hauptwohnsitz beim Partner haben, müssen in der Regel keine Zweitwohnsitzsteuer zahlen.

Müssen Studenten für den Nebenwohnsitz zahlen?

Studenten sind nicht automatisch von der Zweitwohnsitzsteuer befreit. Zwar haben Gerichte in den letzten Jahren dazu – je nach konkreter Wohnsituation der betreffenden Studenten –unterschiedliche Urteile gefällt. Als Student sollten Sie in einer Uni-Stadt mit Zweitwohnsitzsteuer aber erst einmal davon ausgehen, dass Sie zahlen müssen.

Daher sollten Sie überlegen, ob Sie sich nicht doch lieber gleich mit Hauptwohnsitz dort anmelden. Wenn Sie sich überwiegend und auch in der vorlesungsfreien Zeit am Studienort aufhalten, dort Job und Freunde haben und Ihre Eltern nur alle paar Wochenenden mal besuchen, sind Sie dazu sogar verpflichtet. Dann ist nämlich die Uni-Stadt Ihr Lebensmittelpunkt.

Übrigens: Kostenlos für alle ist die Umzugsmitteilung der Deutschen Post. Sie ist schnell ausgefüllt und erleichtert es Ihren Kontakten, sich über Ihre neue Adresse zu informieren.

Was passiert, wenn man den zweiten Wohnsitz nicht anmeldet?

Sie möchten ganz pfiffig sein und die Zweitwohnsitzsteuer umgehen, indem Sie sich gar nicht erst anmelden? Schlechte Idee – denn auch für den Zweitwohnsitz besteht Meldepflicht, sobald Sie länger als 6 Monate dort leben.

Wenn Sie sich an Ihrem Nebenwohnsitz nicht anmelden und die fällige Steuer nicht zahlen, ist der Tatbestand der Steuerhinterziehung erfüllt. Die Warnung kommt zu spät? Dann sollten Sie beim zuständigen Finanzamt eine Selbstanzeige machen, denn so können Sie ggf. eine Strafbefreiung erwirken – um die strafbefreiende Selbstanzeige richtig zu formulieren, ist es sinnvoll, einen Fachanwalt für Steuerstrafrecht zurate zu ziehen. Sie müssen die Zweitwohnsitzsteuer aber trotzdem nachzahlen.

In welchen Fällen kann man die Zweitwohnsitzsteuer absetzen?

Wenn Sie Ihre Zweitwohnung aus beruflichen Gründen angemietet haben, können Sie die Steuer als Werbungskosten in der Anlage N Ihrer Steuererklärung angeben. Dort können Sie auch weitere Kosten für Ihre Zweitwohnung eintragen.

Ferienhausbesitzer und Co. haben allerdings Pech – denn Kosten für Zweitwohnungen, die aus rein privaten Gründen unterhalten werden, können nicht von der Steuer abgesetzt werden. 

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