Suche & PlanungUmzugskostenUmzugskostenpauschale und Co.: So können Sie den Umzug von der Steuer absetzen

Umzugskosten

Umzugskostenpauschale und Co.: So können Sie den Umzug von der Steuer absetzen

Junger Mann mit Taschenrechner macht Steuererklärung
triloks, iStock 2018

Umzugskosten absetzen: Diese Möglichkeiten gibt es

Möchten Sie Ihre Umzugskosten von der Steuer absetzen, haben Sie je nach Grund Ihres Umzugs verschiedene Möglichkeiten. Als folgende Posten können Sie Umzugskosten geltend machen:

  • Werbungskosten
  • Haushaltsnahe Dienstleistungen
  • Außergewöhnliche Belastungen
  • Sonderausgaben
  • Betriebsausgaben
Kürzerer Weg zur Arbeit und sogar noch Steuererleichterungen – da lohnt sich der Umzug gleich doppelt.

Berufsbedingter Umzug: Werbungskosten und Umzugskostenpauschale

Wenn Sie berufsbedingt umziehen, können Sie einen großen Teil der Umzugskosten als Werbungskosten bei der Steuererklärung angeben. Die Ausgaben werden getrennt nach “allgemeinen Kosten” und “sonstigen Kosten”. Um sie steuerlich absetzen zu können, muss Ihr Umzug bestimmten Bedingungen unterliegen.

Berufsbedingter Umzug: Das sind die Voraussetzungen

Damit das Finanzamt Ihre Ausgaben als abzugsfähig anerkennt, müssen Sie mindestens eine dieser Voraussetzungen erfüllen:

  • Antritt des allerersten Jobs
  • Arbeitsplatzwechsel oder Versetzung (ggf. in eine andere Stadt)
  • kürzerer Arbeitsweg (täglich mind. eine halbe Stunde schneller)
  • Einzug oder Auszug in/aus eine/r Dienstwohnung oder Zweitwohnung
  • Rückkehr aus dem Ausland zum Antritt einer neuen Stelle in Deutschland

Als Nachweis für den berufsbedingten Umzug eignet sich der Arbeitsvertrag oder eine Bestätigung des Arbeitgebers.

Tipp für Studenten und Auszubildende: Wer umzieht, um seine erste Berufsausbildung anzutreten, kann die Umzugskosten als Sonderausgaben geltend machen.

"Allgemeine Kosten" mit Quittungen und Rechnungen belegen

Es gibt eine Reihe allgemeiner Kosten, die Sie in voller Höhe in der Steuererklärung angeben können. Um sie nachweisen zu können, benötigen Sie Belege wie Quittungen und Rechnungen.

  • Transportkosten für den Hausrat (Umzugsunternehmen, Miettransporter, Kosten für Verpackungen)
  • Reise- und Übernachtungskosten (z. B. für eine Wohnungsbesichtigung)
  • doppelte Miete während der Umzugsphase
  • Makler- und Besichtigungskosten
  • Provision für einen Makler
    Nachhilfe für Kinder, um Unterrichtsstoff am neuen Wohnort nachzuholen (max. 1.926 Euro seit 01.02.2017)

Einige Arbeitgeber beteiligen sich an den Kosten eines berufsbedingten Umzugs. Die Umzugskosten, die der Arbeitgeber trägt, können nicht noch mal in der Steuererklärung geltend gemacht werden.

Selber schleppen hält die Umzugskosten niedrig, doch auch ein Umzugsunternehmen ist gar nicht so teuer, wenn Sie die Kosten später bei der Steuer absetzen können.

"Sonstige Kosten" mit der Umzugskostenpauschale absetzen

Für zusätzliche "sonstige" Kosten können Sie die Umzugskostenpauschale nutzen. Zahlungsbelege brauchen Sie in diesem Fall nicht.

Die Kosten für die folgenden Aufwendungen werden mit der Umzugskostenpauschale abgegolten:

  • Anzeigen für die Wohnungssuche
  • Ummeldegebühren (auch für Kfz)
  • Trinkgelder und Verpflegungskosten für Umzugshelfer
  • Ab- und Aufbau von Möbeln
  • fachgerechter Anschluss elektrischer Geräte
  • Installation von Telefon- und Internetanschluss
  • professionelles Anbringen und Ändern von Gardinen, Rollos, Vorhängen und den dazugehörigen Halterungen
  • Schönheitsreparaturen in der alten Wohnung (sofern im Mietvertrag vorgeschrieben)
  • Nachsendeauftrag

Diese Pauschalbeträge gelten

Seit dem 01.02.2017 gelten für die Umzugskostenpauschale folgende Beträge:

  • Ledige: 764 Euro
  • verheiratete Paare: 1.528 Euro
  • zusätzlich pro Kind/Angehörigem im selben Haushalt: 337 Euro
  • Wer verwitwet, geschieden oder alleinerziehend ist, erhält den Paarbetrag.

Falls Sie innerhalb von fünf Jahren ein zweites Mal aus beruflichen Gründen umziehen, gibt es einen Zuschlag von 50% auf die Pauschalbeträge.

Haben Sie mehr als die oben genannten Pauschbeträge für den Umzug ausgegeben? Dann müssen Sie die Umzugspauschale nicht nutzen, sondern können diese Kosten auch einzeln geltend machen. Dafür müssen Sie allerdings alle Quittungen aufbewahren.

Tipp: Die Umzugsmitteilung gibt's kostenlos – zum Nachsendeauftrag oder auch einzeln.

Viele Steuerpflichtige wissen nicht, dass sie Umzugskosten ganz oder teilweise absetzen können.

Nicht alle Umzugskosten sind absetzbar

Das Finanzamt erkennt zwar viele umzugstypische Kosten an, aber eben nicht alle. Folgende Ausgaben können Sie nicht bei der Steuer geltend machen:

  • Einlagerungskosten für Möbel
  • Aufwendungen für die Renovierung und Ausstattung der neuen Wohnung
  • Maklergebühren für den Kauf eines Eigenheims
  • Verluste und Aufwendungen beim Verkauf des bisherigen Eigenheims

Steuererklärung: So geben Sie die Umzugskosten als Werbungskosten an

Die beruflich bedingten Umzugskosten tragen Sie in der Steuererklärung in der Anlage N unter "Weitere Werbungskosten" ein. Sie können Einzelbeträge oder die Gesamtkosten der allgemeinen Ausgaben plus Umzugskostenpauschale eintragen.

Tipp: Falls Sie den Gesamtbetrag angeben, sollten Sie Ihrer Steuererklärung eine Übersicht über die einzelnen Kosten beifügen.

Privater Umzug: Haushaltsnahe Dienstleistungen & außergewöhnliche Belastung

Ziehen Sie privat um, können Sie die Umzugskosten zumindest teilweise in der Steuererklärung angeben.

Umzugskosten als haushaltsnahe Dienstleistungen absetzen

Sie können 20 Prozent der Handwerkerkosten (max. 1.200 Euro) und Transportdienstkosten (max. 4.000 Euro) von der Steuer absetzen. Nicht abzugsfähig sind Materialkosten.

Für haushaltsnahe Dienstleistungen müssen Sie dem Finanzamt Rechnungen und Zahlungsnachweise vorlegen.

Außergewöhnliche Belastung bei der Steuer angeben

Um diese Möglichkeit zu nutzen, müssen zwei Bedingungen erfüllt sein:

  • Der Umzug war zwingend notwendig – z. B. aus gesundheitlichen Gründen oder wegen einer Naturkatastrophe.
  • Die entstandenen Kosten übersteigen die Grenze der zumutbaren Belastung. Ob diese Bedingung in Ihrem persönlichen Fall gegeben ist, klären Sie am besten mithilfe eines Steuerberaters.

Die Notwendigkeit eines Umzugs wegen außergewöhnlicher Belastung müssen Sie mit einem entsprechenden Nachweis belegen – beispielsweise mit einem ärztlichen Attest.

Freiberufler und Selbstständige: Umzugskosten als Betriebsausgaben absetzen

Selbstständige können einen beruflich motivierten Umzug als Betriebsausgaben abrechnen. Dafür müssen Sie aber in der Regel belegen können, dass der Umzug tatsächlich betrieblich veranlasst und notwendig ist. Gültige Gründe können sein:

  • Umzug in ein größeres Gebäude wegen Unternehmenswachstum
  • Größere Nähe zu Kunden, Lieferanten oder Kooperationspartnern
  • Absatzschwierigkeiten am derzeitigen Standort

Auch die Kosten für einen betriebsbedingten Umzug sollten Sie genau belegen können.

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?
0
0

Post nachsenden lassen

Rundum abgesichert: Mit dem NACHSENDESERVICE erreicht Ihre Privat- und Geschäftspost Sie auch nach dem Umzug an der richtigen Adresse. Schon ab 19,90 Euro.

Nachsendeauftrag erteilen

Umzugsadresse mitteilen

Kostenlos und bequem: einmal Adresse eingeben, fertig! Viele Ihrer Vertragspartner aktualisieren Ihre Adresse selbstständig und Sie bleiben erreichbar.

Umzugsmitteilung jetzt nutzen