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Wohnungsgeberbestätigung: Ummeldung ist nur mit Bescheinigung des Vermieters möglich

Junges Paar nach dem Einzug in die neue Wohnung
Vladimir Vladimirov, iStock 2018

Wann und wo muss eine Wohnungsgeberbestätigung vorgelegt werden?

Nach dem Umzug heißt es: Ab zum Einwohnermeldeamt und ummelden. Dafür brauchen Sie eine sogenannte Wohnungsgeberbestätigung: Das ist eine Bescheinigung Ihres Vermieters, darüber dass Sie tatsächlich in die angegebene Wohnung eingezogen sind. Die müssen Sie innerhalb von 2 Wochen bei der Meldebehörde vorlegen.

Es stehen grundsätzlich zwei Möglichkeiten für diese Wohnbescheinigung zur Verfügung:

  1. Schriftliche Bescheinigung: Der Vermieter füllt ein Papierformular aus, das der Mieter dann beim Einwohnermeldeamt abgibt.
  2. Elektronische Bescheinigung: Der Vermieter übermittelt die Daten direkt ans Einwohnermeldeamt. Der Mieter bekommt von ihm ein Zuordnungsmerkmal (z. B. eine Nummer) genannt, das er dann bei der Ummeldung auf dem Amt bloß noch angeben muss.

Der Mietvertrag ist leider keine Alternative zur Wohnungsgeberbescheinigung, weil er nicht alle wichtigen Daten enthält.

Braucht man auch beim Auszug eine Bescheinigung des Vermieters?

Die Wohnungsgeberbestätigung ist nur beim Einzug und für die Ummeldung im Einwohnermeldeamt notwendig. Einzige Ausnahme: Wenn Sie ins Ausland umziehen und sich in Deutschland komplett abmelden wollen, brauchen Sie tatsächlich auch über den Auszug einen Nachweis von Ihrem Vermieter.

Zwischen November 2015 und November 2016 mussten Vermieter sowohl den Einzug als auch den Auszug ihrer Mieter bescheinigen. Danach wurde das Gesetz vereinfacht.

Welche Daten enthält die Bescheinigung für den Mieter?

Der Vermieter ist laut § 19 Bundesmeldegesetz (BMG) verpflichtet, eine Mieterbescheinigung fürs Einwohnermeldeamt zu schreiben, die folgende Angaben enthält:

  • Name und Anschrift des Vermieters
  • Name des Eigentümers, falls Vermieter und Eigentümer verschiedene Personen sind
  • Einzugsdatum
  • Anschrift der Wohnung
  • Namen der meldepflichtigen Personen

Die Personendaten muss ihm natürlich der Mieter zur Verfügung stellen.
Eine praktische Vorlage finden Sie als PDF-Formular auf der Webseite der Stadt Hannover. Die brauchen Sie nur auszudrucken und Ihrem Vermieter vorzulegen.

Der Vermieter muss die Wohnbestätigung übrigens nicht selbst ausfüllen, sondern darf auch jemanden damit beauftragen – zum Beispiel den Hausverwalter.

Wenn Sie als Untermieter irgendwo einziehen, bekommen Sie die Vermieterbescheinigung vom Hauptmieter, denn er ist Ihr Wohnungsgeber.

Wohnungsgeberbestätigung vs. Vermieterbescheinigung: Gibt es einen Unterschied?

Die Begriffe Wohnungsgeberbestätigung/-bescheinigung und Vermieterbestätigung/-bescheinigung werden synonym benutzt. Manchmal ist auch von Mieterbescheinigung oder Wohnbestätigung die Rede. Sie alle meinen grundsätzlich dasselbe: einen Nachweis, den der Vermieter ausstellt, um zu belegen, dass man wirklich in seiner Wohnung lebt.

Manchmal taucht der Begriff Vermieterbescheinigung aber noch in einem anderen Zusammenhang auf: als eine Art Mieterzeugnis, das die Wohnungssuche erleichtern soll. Darin stehen dann Sätze wie „Der Mieter hielt sich stets an die Hausordnung“ oder „Es bestehen keine Mietschulden“. In der Bescheinigung für das Einwohnermeldeamt haben solche Angaben aber nichts zu suchen.

Wer schreibt die Vermieterbescheinigung beim Umzug ins Eigenheim?

 

Ein eigenes Haus bringt Unabhängigkeit vom Vermieter.

Doch wie sieht die Sachlage aus, wenn der Umzug nicht in die Mietwohnung, sondern ins Eigenheim geht? Auch dann brauchen Sie laut Gesetz eine Vermieterbescheinigung, um sich ummelden zu können.

Das bedeutet: Beim Umzug in die Eigentumswohnung oder ins eigene Häuschen schreiben Sie sich Ihre Vermieterbescheinigung einfach selbst. Zusätzlich legen Sie eine formlose Erklärung bei, dass Sie selbst der Eigentümer der Immobilie sind.

Was passiert, wenn der Vermieter die Wohnungsbestätigung nicht oder falsch ausfüllt?

Die Wohnbescheinigung muss der Vermieter innerhalb von zwei Wochen nach dem Einzug ausstellen, damit eine fristgerechte Ummeldung möglich ist. Tut er das nicht, können und sollen Sie das beim Einwohnermeldeamt anzeigen. Das kann für den Vermieter ein Bußgeld von bis zu 1.000 Euro bedeuten (§ 54 BMG).

Das Ziel des Bundesmeldegesetzes ist es, Scheinanmeldungen zu verhindern. Entsprechend hart sind die Konsequenzen, wenn jemand Wohnbescheinigungen für eine Adresse ausstellt, obwohl die angegebenen Personen gar nicht dort wohnen: bis zu 50.000 Euro Bußgeld.

Welche Rechte hat der Vermieter in dieser Sache?

Auch der Vermieter hat nach dem Bundesmeldegesetz bestimmte Rechte: Er kann auf dem Einwohnermeldeamt jederzeit kostenlos nachfragen, wer in seiner Wohnung gemeldet ist. So kann er beispielsweise von Untervermietungen erfahren, auch ohne die Mieter fragen zu müssen.

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