Zur Umzugsmitteilung
Suche & PlanungFamilienkasseKindergeld & eigene Wohnung: Was Eltern und Kinder wissen müssen

Familienkasse

Kindergeld & eigene Wohnung: Was Eltern und Kinder wissen müssen

millann, iStock 2019

Eltern oder Kind: Wer hat Anspruch auf Kindergeld?

Man könnte meinen, das Kindergeld stünde den Kindern zu – stimmt aber nicht. Der Rechtsanspruch aufs Kindergeld liegt bei den Eltern, die es als Unterstützung nutzen sollen, um Ihren Nachwuchs zu versorgen. An diesem Rechtsanspruch ändert sich auch dann nichts, wenn das Kind von zu Hause auszieht und jetzt eine eigene Wohnung hat. In aller Regel sind es immer noch die Eltern, die vom Staat das Kindergeld erhalten – und es nach wie vor für ihre Kinder verwenden müssen.

Außerdem sind die meisten Eltern unterhaltspflichtig, d. h. sie müssen die ausgezogenen Kinder unterstützen – entweder als Barunterhalt (Geld) oder als Naturalunterhalt (Kost und Logis). Das Kindergeld wird mit diesem Unterhaltsanspruch verrechnet.

Tipp: Sie haben keine Lust, dass der Nachwuchs auszieht, Sie aber immer noch Kataloge, Zeitschriften und Co. bekommen, die Sie dann in die neue Bude hinterherschicken müssen? Dann legen Sie Ihrem Kind beim Auszug die kostenlose Umzugsmitteilung und den Nachsendeauftrag der deutschen Post ans Herz. Super schnell eingerichtet und für alle viel entspannter.

Eigene Wohnung während des Studiums oder der Ausbildung: Wer bekommt das Kindergeld?

Spätestens wenn Ihr Kind volljährig wird und für einen Studienplatz weit wegzieht, stellt sich die Frage: Wer bekommt eigentlich das Kindergeld? Immerhin muss der Nachwuchs sich jetzt selbst versorgen und z. B. die Miete für eine eigene Wohnung zahlen – ohne elterliche Unterstützung oft unmöglich. Wenn der Nachwuchs studiert und unter 25 ist, zahlt Ihnen der Staat weiter das volle Kindergeld aus. Aktuell sind das je 194 Euro für die ersten beiden Kinder und noch etwas mehr für weitere Geschwister. Alles, was Junior sonst noch braucht, müssen Sie selbst finanzieren.

Wie viel Unterhalt bekommt mein Kind im Studium?

Der Bedarf von Studenten wird i. d. R. pauschal auf 735 Euro festgesetzt – unabhängig vom Einkommen der Eltern. Wenn es um die Unterhaltsansprüche von Kindern geht, lohnt sich aber ganz generell auch immer ein Blick in die Düsseldorfer Tabelle – die ist rechtlich nicht bindend, aber die meisten Richter nutzen sie als Entscheidungshilfe bei Unterhaltsstreitigkeiten.

Welcher Elternteil das Kindergeld bekommt, richtet sich danach, wer dem Kind den höchsten Barunterhalt zahlt. Bei zusammenlebenden Eltern ist das natürlich kein Problem, bei getrennt lebenden schon eher. Damit hier keine Streitigkeiten aufkommen, sollten Sie den Auszug aus der elterlichen Wohnung immer gleich der zuständigen Familienkasse mitteilen. Die berechnet anhand der Einkommen der Elternteile, wer wie viel Unterhalt zu zahlen hat. Entsprechend wird dann auch das Kindergeld an denjenigen gezahlt, der mehr in die Ausbildung des Nachwuchses steckt. Das passiert nicht unbedingt automatisch; ggf. müssen Sie einen Antrag stellen, falls bisher der andere Elternteil das Kindergeld bekommen hat.

Egal ob Ihr Kind Nautik in Bremen oder Japanologie in Osaka studiert: Das staatliche Kindergeld steht Ihnen weiter zu.

Zweite Ausbildung und Zuverdienst: Wann gibt es kein Kindergeld mehr?

Der Student legt für seine akademische Ausbildung drauf – aber der Azubi verdient sein eigenes Geld. Besteht ein Anspruch auf Kindergeld auch dann noch, wenn das Kind volljährig ist, in eine eigene Wohnung zieht und ein Ausbildungsgehalt bekommt? Ja, der Anspruch bleibt bestehen. Warum? Weil er bei einem Kind in der ersten Ausbildung bis zum 25. Geburtstag immer besteht, egal ob Studium oder Berufsausbildung. Früher gab es noch aufwendige Einkommensprüfungen, wenn es ums Kindergeld für erwachsene Kinder ging. Heute entfällt das: Es ist egal, was wie viel die Kinder während ihrer Ausbildung oder im Studentenjob dazuverdienen.

Schwierig wird es bei einer Zweitausbildung oder einem Zweitstudium. Da verfällt der Anspruch auf Kindergeld meistens, da das Kind mit seiner Ausbildung einen vollwertigen Beruf ausüben und entsprechend Geld verdienen könnte – und somit nicht mehr auf die Hilfe der Eltern angewiesen ist. Die sind in solchen Fällen nämlich i. d. R. auch nicht mehr unterhaltspflichtig. Gelegentliche Ausnahmen bestätigen aber wie immer die Regel.

Eigene Wohnung und Job: Gibt's trotzdem Kindergeld?

Ihr Kind ist volljährig, hat seine berufliche oder akademische Ausbildung abgeschlossen und zieht in eine eigene Wohnung, besteht grundsätzlich kein Anspruch mehr auf Kindergeld.

Ein paar Ausnahmen gibt es aber trotzdem:

  • Das Kind ist arbeitslos bzw. arbeitssuchend. Dann besteht der Anspruch weiterhin bis zum 21. Geburtstag.
  • Ihr Kind kann nur eine geringfügige Beschäftigung ergattern (bis zu 450 Euro). Kindergeld gibt es dann bis zum 21. Geburtstag.

In allen anderen Fällen gilt: Ihr Kind kann mit einer abgeschlossenen Ausbildung und einem Job für sich selbst sorgen. Die Familienkasse leistet daher keine finanzielle Unterstützung mehr in Form von Kindergeld.

Behindertes Kind: Gibt es das Kindergeld noch länger?

Beim Auszug aus der elterlichen Wohnung besteht grundsätzlich Anspruch auf Kindergeld bis zum 18. (oder im Falle einer Ausbildung bis zum 25.) Geburtstag – aber es gibt auch Ausnahmen. Ist Ihr Kind behindert und kann seinen Lebensunterhalt selbst nicht bestreiten, lohnt sich ein Antrag auf Verlängerung. Dabei muss die Behinderung des Kindes vor seinem 25. Geburtstag festgestellt und ärztlich attestiert sein. Entscheidend ist aber auch, wie viel das Kind im Jahr verdient. Seit dem 01. Januar 2019 gilt ein Grundfreibetrag von 9.168 Euro. Übersteigt das Einkommen des Kindes diese Grenze, kann sich der Anspruch auf Kindergeld vermindern oder ganz entfallen. 

Im Zweifelsfall gilt: Halten Sie Rücksprache mit Ihrer zuständigen Familienkasse. Bei einem behinderten Kind können Ansprüche auf weitere Sozialleistungen und finanzielle Förderungen bestehen. Inwiefern die das Kindergeld beeinflussen, kann Ihnen ein Berater der Familienkasse am besten erklären.

Abzweigungsantrag: Ist eine direkte Auszahlung ans Kind möglich?

In der Theorie unterstützen Eltern ihren Nachwuchs finanziell und benutzen das staatliche Kindergeld für die Förderung ihrer Sprösslinge. In der Praxis kümmern sich aber eben nicht alle Eltern so vorbildlich darum. Dann können Kinder bei der Familienkasse einen Abzweigungsantrag stellen. Bei Bewilligung wird das Kindergeld künftig direkt an das Kind gezahlt. Dazu muss das Kind aber beweisen, dass seine Eltern ihrer Unterhaltspflicht dauerhaft nicht nachkommen.

Auch mit einem Abzweigungsantrag bleibt der Rechtsanspruch bei den Eltern; nur die Zahlung wird weitergeleitet. Die Bewilligung ist auch eher die Ausnahme als der Regelfall.

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?
0
6

Post nachsenden lassen

Rundum abgesichert: Mit dem NACHSENDESERVICE erreicht Ihre Privat- und Geschäftspost Sie auch nach dem Umzug an der richtigen Adresse. Schon ab 19,90 Euro.

Nachsendeauftrag erteilen

Umzugsadresse mitteilen

Kostenlos und bequem: einmal Adresse eingeben, fertig! Viele Ihrer Vertragspartner aktualisieren Ihre Adresse selbstständig und Sie bleiben erreichbar.

Umzugsmitteilung jetzt nutzen