Zur Umzugsmitteilung
Wohnen & LebenMietrechtMängel in der Wohnung: So beschweren Sie sich richtig beim Vermieter

Mietrecht

Mängel in der Wohnung: So beschweren Sie sich richtig beim Vermieter

Mann sitzt vor Laptop und liest einen Brief
iStock.com/Deagreez

Defekter Warmwasserboiler, undichte Fenster, kaputte Heizkörper, ein Wasserrohrbruch oder Schimmel: Die Liste an möglichen Mängeln in der Mietwohnung ist lang. Im Idealfall genügt ein Anruf beim Vermieter oder der Hausverwaltung und der Schaden wird behoben. Obwohl Mieter ein Anrecht auf eine mängelfreie Wohnung haben, ist eine schnelle Lösung aber leider nicht immer der Fall. Dann sollten Sie eine Mängelanzeige aufgeben.

Aber welche Mängel müssen vom Vermieter überhaupt beseitigt werden?

Bei diesen Mängeln muss der Vermieter handeln

Grundsätzlich gelten alle Zustände als Mangel, die verhindern, dass Sie die Wohnung wie im Mietvertrag vereinbart nutzen können. Haben Sie die Schäden nicht selbst verursacht, muss der Vermieter diese in der Regel beseitigen.

Zu den typischen Wohnungsmängeln gehören unter anderem:

  • undichte Fenster
  • undichtes Dach
  • defekte Elektrik
  • defekte Heizung
  • Feuchtigkeitsschäden

Darüber hinaus gibt es Mängel, die von außen beeinträchtigen, wie beispielsweise:

  • Baustellenlärm
  • oder unangenehme Gerüche

Bei Mängeln aufgrund äußerer Einflüsse kann der Vermieter diese nicht beseitigen. Bewohner haben in diesem Fall unter Umständen allerdings das Recht, die Miete zu mindern. Für einen vom Mieter verursachten Fleck auf dem Teppich ist der Vermieter aber beispielsweise nicht verantwortlich.

Wann muss ich dem Vermieter den Mangel melden?

Sobald Sie einen Mangel in Ihren vier Wänden entdecken, sollten Sie diesen unverzüglich melden. Dazu sind Sie verpflichtet. Warum? Weil Ihr Vermieter ansonsten nicht wissen kann, dass ein Mangel besteht.

Wichtig: Falls Sie das Problem nicht melden und es zu Folgeschäden kommt, machen Sie sich gegebenenfalls schadensersatzpflichtig.

Wie melde ich Wohnungsmängel am besten?

Wie und wann Sie den Mangel am besten melden, hängt davon ab, wie dringlich dessen Beseitigung ist. In der Regel ist die Reihenfolge so: Sie informieren den Vermieter über den Schaden, damit sich dieser um eine professionelle Beseitigung kümmern kann. Ansonsten besteht nämlich die Gefahr, dass Sie auf der Handwerkerrechnung sitzen bleiben. Ganz frei nach dem Prinzip: Wer bestellt, muss auch zahlen.

Allerdings gibt es auch Ausnahmen von der Regel: Bei einem akuten Notfall wie beispielsweise einem Wasserrohrbruch muss sofort gehandelt werden. Dann sollten Sie versuchen, den Vermieter oder die Hausverwaltung umgehend telefonisch zu erreichen. Ist niemand erreichbar, sollten Sie selbst bei einem Handwerkernotdienst anrufen.

Sie können Ihren Vermieter grundsätzlich telefonisch oder schriftlich über den Schaden in der Wohnung informieren. Sollte der Schaden trotz Meldung nicht behoben werden, ist es ratsam, den Vermieter auf alle Fälle noch einmal schriftlich in Kenntnis zu setzen. So ist belegt, dass Sie den Mangel angezeigt haben.

Handwerker repariert Fenster
Defekte Fenster sind ein Mangel, den der Vermieter beheben lassen muss.

Mangel schriftlich melden: So geht’s

Mit einer Mängelanzeige können Sie Ihren Vermieter oder die Hausverwaltung über den Schaden in der Wohnung informieren. Eine solche Mängelanzeige sollte folgende Informationen enthalten:

  • Adresse des Mieters und ggf. die Nummer des Mietvertrags
  • Anschrift des Vermieters
  • Datum
  • eine genaue Beschreibung des Schadens
  • die Nennung einer angemessenen Frist, zur Schadensbeseitigung. Welche Frist als angemessen gilt, ist unterschiedlich geregelt. Während bei akuten Mängeln wie einer defekten Heizung im Winter eine sehr kurze Zeitspanne als angemessen gilt, gelten bei nicht-akuten Schäden in etwa 14 Tage als angemessen.
  • Wenn ein Anspruch auf Mietminderung besteht, können Mieter erwähnen, dass Sie die Miete bis zur Beseitigung des Schadens nur unter Vorbehalt zahlen. Aber Vorsicht: Es gibt keine allgemeingültigen Regeln, bei welchem Mangel wie viel Prozent der Miete einbehalten werden kann. Lassen Sie sich deshalb besser von Profis beraten, bevor Sie die Miete mindern. Die Experten der örtlichen Mietervereine sind bei diesen Fragen beispielsweise qualifizierte Ansprechpartner.

Extra-Tipp: Nutzen Sie eine Vorlage aus dem Internet für eine Mängelanzeige.

 

So kommt die Mängelanzeige sicher ans Ziel

Die schriftliche Mängelanzeige an den Vermieter versenden Sie am besten per Einschreiben. So erhalten Sie einen Nachweis über die Zustellung des Briefs. Alternativ können Sie den Brief persönlich bei der Hausverwaltung abgeben und sich den Empfang belegen lassen.

Mangel richtig dokumentieren

Beim Aufsetzen einer Mängelanzeige sollten Sie es aber nicht belassen. Dokumentieren Sie den Schaden besser auch mit Fotos oder durch Zeugenaussagen. Der Grund: Falls es zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung mit dem Vermieter kommen sollte, sind Sie in der Beweispflicht.

Mängel zu gravierend? Umzug als Lösung des Problems

Sie haben ständig Probleme mit Ihrem Vermieter? Auf lange Sicht könnte Ihnen der Umzug in eine andere Wohnung möglicherweise viel Ärger ersparen. Falls Sie das genau so sehen und bereits auf gepackten Umzugskisten sitzen, denken Sie an den Nachsendeauftrag der Deutschen Post. Er leitet Ihre Post an die gewünschte Adresse weiter – 12 oder 24 Monate lang.

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?
0
0

Post nachsenden lassen

Rundum abgesichert: Mit dem NACHSENDESERVICE erreicht Ihre Privat- und Geschäftspost Sie auch nach dem Umzug an der richtigen Adresse. Schon ab 26,90 Euro.

Nachsendeauftrag erteilen

Umzugsadresse mitteilen

Kostenlos und bequem: einmal Adresse eingeben, fertig! Viele Ihrer Vertragspartner aktualisieren Ihre Adresse selbstständig und Sie bleiben erreichbar.

Umzugsmitteilung jetzt nutzen