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Möbel vom Jobcenter: Erstausstattung der Wohnung mit Hartz IV

Möbelpacken beim Umzug: Frau trägt ein Sofa in die neue Wohnung
monkeybusinessimages, iStock 2018

Voraussetzungen: Wann bezahlt das Jobcenter eine Erstausstattung für die Wohnung?

Einen Anspruch auf Erstausstattung einer Wohnung haben Sie als Hartz IV-Empfänger gemäß § 24 Absatz 3 Zweites Buch Sozialgesetzbuch (SGB II). Dort wird klargestellt, dass die Erstausstattung nicht vom Hartz IV-Regelsatz gekauft werden muss.

Üblicherweise müssen Sie folgende Voraussetzungen erfüllen, um Möbel und Co. als Erstausstattung vom Jobcenter zu bekommen:

  • Sie beziehen Hartz IV.
  • Sie sind mindestens 25 Jahre alt.
  • Sie ziehen in Ihre erste eigene Wohnung.

Aber auch in einigen Sonderfällen haben Sie Anspruch auf die Erstausstattung:

  • Sie beziehen eine eigene Wohnung nach der Trennung von Ihrem Partner, dem die bisher gemeinsam genutzten Möbel gehören.
  • Sie wohnen bisher zur Untermiete und möchten nun eine eigene Wohnung in angemessener Größe beziehen.
  • Sie waren bisher in einer Einrichtung untergebracht oder werden aus der Haft entlassen.
  • Ihre Wohnungseinrichtung ist bei einem Brand o. Ä. zerstört worden und der Schaden wird nicht von der Versicherung übernommen.


Gut zu wissen: Die Erstausstattung deckt keine Ersatzbeschaffungen ab, wenn ein wichtiges Möbelstück oder Haushaltsgerät kaputt geht. Unterstützung vom Jobcenter gibt es in solchen Fällen aber meist trotzdem – zum Beispiel über den sogenannten Mehrbedarf.

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Antrag auf Erstausstattung beim Jobcenter stellen

Den Antrag auf Kostenübernahme für die Erstausstattung der Wohnung stellen Sie bei Ihrem zuständigen Jobcenter. Dort erhalten Sie die benötigten Formulare oder erfahren, ob ein formloser schriftlicher Antrag genügt.

Wichtig: Zu Ihrem Antrag auf Erstausstattung gehört auch eine Liste aller Möbel und Haushaltsgeräte, die Sie brauchen. Stellen Sie sich darauf ein, dass Ihre Angaben ggf. vom Jobcenter überprüft werden.

Ausstattung: Welche Möbel und Haushaltsgeräte finanziert das Jobcenter?

Wird eine Wohnung komplett neu eingerichtet, dann können eine Menge benötigter Gegenstände zusammenkommen. Wenn Sie eine Erstausstattung für Ihre Wohnung beantragen, sollten Sie daher ruhig alles angeben, was Ihnen fehlt. Dann müssen Sie ggf. nicht später noch einmal beim Jobcenter Unterstützung beim Kauf beantragen.

Die Wohnungserstausstattung dient dazu, die grundlegenden Bedürfnisse zu decken. Die Pauschale, die das Jobcenter dafür zur Verfügung stellt, reicht daher meist nur für günstige Möbel. Eine Alternative sind gebrauchte Möbel in guter Qualität.

Liste für das Jobcenter: Erstausstattung mit Möbeln und Haushaltsgeräten

Zur Erstausstattung einer Wohnung zählen z. B. (wenn nicht bereits vorhanden):

Küche und Bad:

  • Küchen- und Badezimmerschränke
  • Herd, Kühlschrank und Waschmaschine
  • Wasserkocher, Kaffeemaschine und Toaster
  • Tisch und Stühle
  • Wäscheständer und Bügeleisen
  • Mülleimer
  • Staubsauger
  • Spiegel
  • Kochtöpfe, Geschirr und Besteck
  • Handtücher

Schlafzimmer:

  • Bett und Nachttisch
  • Matratze
  • Kleiderschrank und Kommode

Wohnzimmer:

  • Couch und Couchtisch
  • Regale
  • Lampen
  • Schreibtisch
  • Gardinen oder Vorhänge
  • Fernseher
Auch bei einer fehlenden Kücheneinrichtung stellt das Jobcenter über die Erstausstattung Geldmittel oder Möbel zur Verfügung.

Antrag bewilligt: Gibt es Geld oder Sachleistungen?

Gemäß § 24 SGB II können die Jobcenter Ihnen Geld für die Erstausstattung auszahlen oder die Einrichtung als Sachleistung zur Verfügung stellen. Beide Formen sind möglich. Je nach Stadt oder Landkreis bevorzugt das Jobcenter oft die eine oder die andere Form.

Bei Geldleistungen für die Erstausstattung erhalten Sie häufig einen pauschalen Betrag. Wie hoch dieser ist, richtet sich danach, wie viele Möbel und Haushaltsgeräte Sie brauchen. Oft sind elektronische Geräte darin nicht berücksichtigt und werden je nach Bedarf einzeln hinzugerechnet.

Bei Sachleistungen geben die Jobcenter entweder Möbel oder Möbelgutscheine aus. Die Erstausstattung muss dabei nicht fabrikneu sein: Einrichtungsgegenstände in gutem gebrauchtem Zustand gelten als zumutbar – genauso wie Gutscheine für Gebrauchtmöbelbörsen.

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