Wohnen & LebenHaustiereHaustiere in Mietwohnungen: Was ist erlaubt, was nicht?

Haustiere

Haustiere in Mietwohnungen: Was ist erlaubt, was nicht?

Paar mit Hund auf Couch.
© AleksandarNakic 2018

Katzen oder Hunde in der Mietwohnung: Grundsätzliches Verbot unwirksam

Eine gute Nachricht für alle Mieter mit Katzen oder Hunden: Grundsätzlich verbieten darf ein Vermieter die Samtpfoten oder Fellnasen nicht. Tierfreunde mit Haustieren in Mietwohnungen können sich in dieser Angelegenheit beim Bundesgerichtshof bedanken. Er entschied im März 2013 zur Tierhaltung in der Mietwohnung (Aktenzeichen VIII ZR 168/12):

  • Eine Klausel im Mietvertrag, die Katzen oder Hunde generell verbietet, ist unwirksam.
  • Aber: Ein Mieter muss Rücksicht auf seine Nachbarn nehmen, wenn er Katze oder Hund in der Mietwohnung halten will.

Gut zu wissen: Eine Erlaubnis zur Katzen- und Hundehaltung in der Mietwohnung ist keine freie Vermieterentscheidung. Dass der Vermieter persönlich keine Hunde mag, reicht als Ablehnungsgrund nicht aus.

Kriterien: Tierhaltung erlaubt oder verboten?

Der BGH hat einige objektive Kriterien genannt, die der Vermieter berücksichtigen muss:

  • Haustier(e) und Wohnung müssen zusammenpassen – das betrifft zum Beispiel die Art und Anzahl der Tiere und die Größe der Wohnung.
  • Interessen der Mitbewohner und Nachbarn: Hat jemand eine starke Katzenhaarallergie oder leidet oder panischer Angst vor Hunden? Dann kann ein Verbot gerechtfertigt sein.
  • Anzahl und Art anderer Tiere im Haus: Haustiere, die neu einziehen, müssen dazu passen.
  • Wie hat der Vermieter die Frage der Haustierhaltung bisher gehandhabt? Er muss seine Mieter nach Möglichkeit gleichberechtigt behandeln.
  • Besondere Bedürfnisse des Mieters: Wer zum Beispiel blind oder sehbehindert ist, besitzt ggf. einen Blindenhund, der ihm im Alltag zur Seite steht.

Tierhaltung: Das gilt bei Konflikten mit Nachbarn oder Vermieter

Was also, wenn es zum Streit über die Haltung einer Katze oder eines Hundes kommt? Dann muss darüber entschieden werden, welches Bedürfnis schwerwiegender ist: Das des Mieters oder des Vermieters bzw. der Nachbarn, die sich mit dem Haustier nicht abfinden wollen.

Damit es gar nicht erst zu größeren Auseinandersetzungen kommt, die vor Gericht entschieden werden müssen: Sprechen Sie vorher mit dem Vermieter darüber, dass Sie ein Haustier mit in die Wohnung bringen möchten.

Harmlose Kleintiere sind erlaubt

Darf ein Vermieter Haustiere verbieten? Bei Kaninchen, Meerschweinchen und Co. lautet die Antwort ganz klar: Nein. Die Haltung harmloser Kleintiere verstößt laut Mietrecht nicht gegen den „vertragsmäßigen Gebrauch“ der Wohnung.

Deshalb dürfen diese Haustiere in Mietwohnungen ohne besondere Vermieter-Erlaubnis gehalten werden:

  • Fische
  • Meerschweinchen
  • Kaninchen
  • Wellensittiche
  • Schildkröten
  • harmlose Echsen
  • ungefährliche Schlangen
  • Chinchillas

Ausnahmen bei Frettchen und Ratten

Doch es gibt Ausnahmen. So hat das Amtsgericht Berlin-Neukölln zum Beispiel entschieden, dass Frettchen nicht als Kleintiere anzusehen sind (Aktenzeichen: 2 C 340/11). Bei Ratten scheiden sich die Geister: Einige lieben sie, andere ekeln sich vor ihnen. Einige Gerichte haben daher bereits pro Haltungsverbot entschieden.

Auch für Kleintierhaltung gelten Regeln

Grundsätzlich ist der Mieter auch bei harmlosen Kleintieren verpflichtet, den Rahmen des „vertragsgemäßen Gebrauchs“ einzuhalten. Das tut er nicht, wenn er zum Beispiel:

  • gegen Tierschutzgesetze verstößt,
  • zu viele Tiere auf kleinem Raum hält und seine Mietwohnung in einen Kleintierzoo verwandelt,
  • oder die Hygiene bei der Tierhaltung nicht einhält, also zum Beispiel den Stall nicht ausmistet.

Klagen Nachbarn also über Gestank oder Lärm, muss der Vermieter das nicht dulden. Er kann gemäß § 541 BGB fordern, dass sich der Mieter besser um die Tiere kümmert oder sie abschafft.

Hund und Katze haben eine Sonderstellung, was die Bestimmungen für Mietwohnungen betrifft.

Wilde oder gefährliche Tiere: Vermieter muss zustimmen

Mieter, die exotische und gefährliche Tiere halten, müssen zunächst den Vermieter fragen. Ohne dessen Zustimmung geht nichts: Der Vermieter muss die Haltung dieser Tiere ausdrücklich erlauben.

Das gilt zum Beispiel für

  • Vogelspinnen
  • Gift- oder Würgeschlangen
  • und auch für Kampfhunde.

Neben der Erlaubnis des Vermieters benötigen die Halter solcher oder ähnlicher Tierarten eine Halteerlaubnis. Hier gelten die Gesetze des jeweiligen Bundeslandes. Die Erlaubnis erteilt üblicherweise die zuständige Stadt- oder Landkreisverwaltung.

Tipp: Damit Sie beim Umzug für alle nötigen Behördengänge den Kopf frei haben: Nutzen Sie die kostenlose Umzugsmitteilung der Deutschen Post. Ihre Vertragspartner haben es damit leichter, sich über Ihre neue Adresse zu informieren.

Haustiere in Mietwohnungen: Klauseln im Mietvertrag

In vielen Mietverträgen finden sich Klauseln zu Haustieren – aber nicht alle sind wirksam. Hier eine kleine Auswahl, inwieweit solche vertraglichen Vereinbarungen greifen oder nicht:

  • Haustiere verboten“: Jede Mietklausel, die Tierhaltung generell verbietet, ist unzulässig (s.o.).
  • „Haustiere erlaubt“: Diese Klausel bezieht sich auf „übliche Haustiere“. Zu denen gehören neben den ohnehin zustimmungsfreien Kleintieren auch größere, ungefährliche Tiere. Etwa Katzen, Hunde oder Hausschweine. Ausgenommen sind gefährliche Tiere wie Vogelspinnen oder Kampfhunde.
  • „Hund und Katze nur mit Zustimmung des Vermieters“: Eine zulässige Formulierung, nach der sich der Mieter richten sollte. Je nach Einzelfall entscheidet der Vermieter für oder gegen das Tier. Letzteres geht nur, wenn sachliche, konkrete – und damit zulässige – Gründe vorliegen.
  • Keine Klausel zu Haustieren: Lesen Sie im Mietvertrag nichts zum Thema Tierhaltung, gelten die oben beschriebenen grundsätzlichen Regelungen. Kommt es also bei Katzen oder Hunden zum Streit, muss nach den jeweiligen Interessen abgewogen werden.
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