Suche & PlanungMietrecht

Mietrecht

Wohnungsübergabeprotokoll: Sicherheit für Mieter & Vermieter

Drei Personen im Gespräch in einer leeren Wohnung
monkeybusinessimages, iStock 2018

Mehr Sicherheit: Wohnungsübergabe mit Protokoll

Ein Wohnungsübergabeprotokoll bei Einzug oder Auszug anzufertigen, ist keine Pflicht. Es bietet dem Mieter und dem Vermieter aber Sicherheit: Das Protokoll hält den genauen Zustand der Wohnung zum Übergabezeitpunkt schriftlich fest. So können Sie als ehemaliger Mieter nicht für Schäden haftbar gemacht werden, die nach Ihrem Auszug entstanden sind.

Sie packen bereits die Umzugskisten und freuen sich auf die neue Wohnung? Mit der kostenlosen Umzugsmitteilung machen Sie es Bank, Behörden und Co. einfacher, Ihre neue Adresse zu erfahren.

Welche Vorteile hat das Übergabeprotokoll besonders für Mieter?

Wer als Mieter einfach auszieht und dem Vermieter die Schlüssel übergibt, kann noch Wochen nach seinem Auszug die Aufforderung erhalten, bestimmte Arbeiten in der Wohnung zu erledigen. Möglicherweise hat der Vermieter einen Sprung in der Fensterscheibe entdeckt, oder er behauptet, die Badewanne sei defekt.

Ohne Übergabeprotokoll lässt sich nach Auszug kaum beweisen, wer die Schäden tatsächlich verursacht hat. Der Mieter in der Mietzeit? Oder der Nachmieter? Oder ist der Vermieter selbst verantwortlich, der ja schon längst den Schlüssel für die Wohnung hat?

Gut zu wissen: Wenn Sie ausziehen und es ein Wohnungsübergabeprotokoll gibt, können Sie als Mieter nur für Schäden verantwortlich gemacht werden, die darin aufgeführt sind. Sie sind aber nicht automatisch verpflichtet, für jeden Schaden zu haften. Hier sind die Regelungen im Mietvertrag maßgeblich – und außerdem die Frage, welche Schäden Sie wirklich selbst zu verantworten haben.

Das Übergabeprotokoll dient als Beweismittel vor Gericht

Nach Auszug gibt es Streit mit dem Vermieter über Schäden oder Schönheitsreparaturen? Dann ist das – von beiden unterschriebene – Wohnungsübergabeprotokoll ein wichtiges Dokument vor Gericht.

Der Vermieter kann in der Regel später keine Mängelansprüche durchsetzen, wenn er bescheinigt hat, dass er die Wohnung ordnungsgemäß zurückerhalten hat.

Wenn Mieter und Vermieter das Übergabeprotokoll unterschrieben haben, ist es rechtsgültig.

Schäden, Renovierungen, Zählerstand: Das muss im Übergabeprotokoll stehen

Wie ein Wohnungsübergabeprotokoll formuliert und aufgebaut sein muss, ist gesetzlich nicht geregelt. Es kann auch anders bezeichnet werden, zum Beispiel als „Wohnungsabnahmeprotokoll“ oder Ähnliches.

Wichtig ist nur, dass alle wichtigen Informationen klar und verständlich darin stehen.

Das Protokoll erhält Gültigkeit, wenn Mieter und Vermieter es mit Angabe des Datums unterschrieben haben.

Diese Angaben sollte Ihr Übergabeprotokoll enthalten

Allgemeines:

  • Adresse und Beschreibung der Mietwohnung
  • jeweils Name und Adresse von Mieter und Vermieter

Bestandsaufnahme in der Wohnung:

  • alle aktuellen Zählerstände (zum Beispiel Wasser und Strom)
  • Anzahl der Haus- und Wohnungsschlüssel, die der Mieter dem Vermieter zurückgibt
  • alle sichtbaren Mängel und Schäden (wichtig: möglichst mit Fotos)
    • dazu möglich: Vereinbarungen zur Reparatur oder zur Übernahme der Kosten
  • Angaben zu Renovierungen, die bereits während der Mietdauer erfolgt sind

Tipp: Achten Sie darauf, dass jeder Raum der Wohnung einzeln beschrieben wird – auch Flur, Abstellräume usw. Wenn es in einem Raum keine Schäden oder reparaturbedürftige Abnutzungen gibt, notieren Sie das ebenfalls.

Und zum Schluss:

  • Datum und Unterschriften von Mieter und Vermieter

Hier finden Sie ein Musterformular für ein Wohnungsübergabeprotokoll zum Download:

Musterformular Wohnungsübergabeprotokoll herunterladen

Beide Parteien sollten je ein Exemplar des unterschriebenen Protokolls erhalten.

Das sollten Sie bei der Wohnungsbesichtigung beachten

Damit möglichst alle Schäden entdeckt werden und es nachher nicht zu bösen Überraschungen kommt, sollten Sie folgende Tipps befolgen:

  • Prüfen Sie den Zustand der Wohnung nur bei Tageslicht.
  • Kontrollieren Sie auch:
  • den Zustand der Tapeten bzw. des Wandanstrichs, des Bodenbelags und der Fußleisten
  • Zustand und Funktionsfähigkeit aller Tür- und Fenstergriffe
  • ob es Schäden an fest eingebauten Möbeln (z.B. Küchenzeile), Armaturen, Toilette oder Waschbecken gibt
  • ob alle fest eingebauten Elektrogeräte funktionieren (z.B. der Herd)
  • ob die Heizkörper warm werden, Wasser aus den Wasserhähnen kommt und die Toilettenspülung funktioniert

Das Übergabeprotokoll sollte so konkret wie möglich formuliert sein.
Vor allem bei der Benennung von Schäden und Mängeln. Allgemeine Aussagen wie „Zimmer ist verwohnt“ helfen später im Zweifel nicht weiter. Besser ist beispielsweise: „Kratzer an den Fußleisten, Abnutzungsspuren am Teppichboden“.

Der Vermieter lehnt ein Übergabeprotokoll ab – was tun?

Gut zu wissen: Weder der Mieter noch der Vermieter sind rechtlich verpflichtet, ein Wohnungsübergabeprotokoll zu erstellen oder sich daran zu beteiligen.

Als Mieter können Sie aber auch auf eigene Faust ein Protokoll erstellen. Sie benötigen dafür mindestens einen Zeugen, der mit unterschreibt, damit das Dokument ebenfalls rechtsgültig ist.

Gleiches gilt umgekehrt für den Vermieter, wenn der Mieter das Protokoll verweigert.

Lehnt der Vermieter es ab, sich an der Wohnungsbesichtigung zu beteiligen, können Sie einen möglichst sachverständigen Zeugen hinzuziehen, zum Beispiel einen Malermeister, Architekten, eventuell auch einen Nachbarn. Der unterschreibt das Protokoll dann ebenfalls.

Post nachsenden lassen

Rundum abgesichert: Mit dem NACHSENDESERVICE erreicht Ihre Privat- und Geschäftspost Sie auch nach dem Umzug an der richtigen Adresse. Schon ab 19,90 Euro.

Nachsendeauftrag erteilen

Umzugsadresse mitteilen

Kostenlos und bequem: einmal Adresse eingeben, fertig! Viele Ihrer Vertragspartner aktualisieren Ihre Adresse selbstständig und Sie bleiben erreichbar.

Umzugsmitteilung jetzt nutzen