Suche & PlanungMietkautionRückzahlung der Mietkaution: Fristen & Regeln für die Auszahlung

Mietkaution

Rückzahlung der Mietkaution: Fristen & Regeln für die Auszahlung

Mann mit Brille sitzt am Schreibtisch und rechnet mit Taschenrechner
© elenaleonova 2018

Mietkaution: Das sind Ihre Rechte als Mieter

Mietkaution bleibt immer Ihr Eigentum

Die Mietkaution, die Sie beim Vermieter hinterlegt haben, ist Ihr Eigentum. Wenn Sie ausziehen, haben Sie daher grundsätzlich ein Recht darauf, Ihr Geld zurück zu bekommen. Und das mit Zinsen, denn der Vermieter war während der Mietdauer verpflichtet, die Kaution entsprechend anzulegen.

Der Mieter hat Anspruch auf Rückzahlung der Kaution, sobald

  • er ausgezogen ist und die Wohnung dem Vermieter ordnungsgemäß zurückgegeben hat (Tipp: Erstellen Sie dabei immer ein Wohnungsübergabeprotokoll!)
  • und feststeht, dass der Vermieter keine weiteren Ansprüche mehr an den Mieter hat.

Zahlung der Mietkaution vom Vermieter quittieren lassen

Bereits beim Einzug sollten Sie sich vom Vermieter schriftlich quittieren lassen, dass Sie eine Mietkaution in Höhe X bei ihm hinterlegt haben. Wenn Sie ihm die Kaution überwiesen haben, bewahren Sie den entsprechenden Kontoauszug auf, bis Sie aus der Wohnung ausziehen. So haben Sie immer einen Beleg in der Hand, falls es zu Streitigkeiten wegen der Rückzahlung kommen sollte.

Neuer Vermieter: Was ist mit der Mietkaution?

Die Wohnung, in der sie zur Miete leben, wurde zwischenzeitlich verkauft? Nach einem Eigentümerwechsel ist der neue Vermieter Ihr Ansprechpartner. Er ist dafür zuständig, Ihnen die Kaution zurückzuzahlen. Wie der alte Vermieter ist auch er verpflichtet, Ihre Kaution sicher und verzinslich anzulegen, solange das Mietverhältnis dauert.

Wenn der neue Vermieter zahlungsunfähig sein sollte, ist die Kaution aber nicht verloren: Sie können sich dann an den ehemaligen Vermieter wenden, dem Sie die Kaution ausgehändigt haben. Gemäß § 566a BGB muss er sie Ihnen dann zurückzahlen.

Zusammengerollte Geldscheine liegen auf einem Mietvertrag
Die Mietkaution bleibt immer Ihr Eigentum – auch bei einem Vermieterwechsel.

Mietkaution einbehalten: Wozu der Vermieter sie verwenden darf

Nach Ende der Mietdauer darf der Vermieter die Kaution verwenden, um ausstehende Zahlungen zu begleichen oder Schäden reparieren zu lassen, die der Mieter verursacht hat.

Zu den Posten, für die die Kaution verwendet werden darf, zählen zum Beispiel:

  • Mietschulden, die beglichen werden müssen
  • Betriebskosten- oder Nebenkostennachzahlungen
  • Beseitigung von Schäden, die der Mieter verursacht und ggf. verschwiegen hat. Dazu gehören auch Schäden, die erst beim Umzug entstanden sind.
  • Nachbesserungsarbeiten, wenn der Mieter nicht fachgerecht renoviert hat, obwohl er dazu verpflichtet war – Stichwort Schönheitsreparaturen

Wichtig: Behält der Vermieter einen Teil der Kaution ein, darf er das nicht stillschweigend tun. Erst muss er dem Mieter eine schriftliche Abrechnung erstellen, aus der die Gründe dafür hervorgehen.

Fristen für die Rückzahlung der Kaution

Schön wäre es natürlich, wenn der Vermieter Ihnen gleich nach Auszug die Mietkaution mit Zinsen zurückgeben würde. Das passiert in der Praxis allerdings selten. Mit der Auszahlung der Mietkaution können Sie meist erst nach einigen Wochen oder sogar Monaten rechnen.

„Angemessene Frist“: Länge nicht gesetzlich festgelegt

Der Vermieter hat vor der Rückzahlung das Recht, innerhalb einer angemessenen Frist zu prüfen, ob er einen Grund hat, die Mietkaution oder einen Teil davon einzubehalten.

Diese Frist ist nicht gesetzlich festgeschrieben. Etwa drei bis sechs Monate können laut verschiedenen Gerichtsurteilen noch im Rahmen sein. Grundsätzlich muss sich der Vermieter aber bemühen, die Rückzahlung zügig abzuwickeln.

Darf der Vermieter bis zur letzten Nebenkostenabrechnung warten?

Der Vermieter teilt Ihnen mit, dass Sie Ihre Kaution erst zurückbekommen, wenn die letzte Nebenkostenabrechnung erstellt ist? Das ist nicht rechtens.

Der Vermieter darf nur den Teil der Kaution bis zur letzten Betriebs- oder Nebenkostenabrechnung einbehalten, der voraussichtlich für eine Nachforderung benötigt wird – nicht die gesamte Kaution. Und auch das darf er nur, wenn konkret von einer Nachzahlung auszugehen ist. So hat zum Beispiel das Amtsgericht Gießen geurteilt (Aktenzeichen 48 C 352/11).

Sonderfall: Vermieter verstorben


Ihr Vermieter ist verstorben und Sie fragen sich, was nun mit Ihrer Kaution passiert? Kein Grund zur Sorge: In der Regel gibt es einen Rechtsnachfolger, also einen Erben. Dieser erbt auch das Konto, auf dem Ihre Mietkaution angelegt ist.

Die Kaution selbst bleibt natürlich Ihr Eigentum. Und der Mietvertrag bleibt auch mit dem Erben als neuem Eigentümer gültig – es sei denn, Sie oder der neue Vermieter kündigen ihn irgendwann.

Mietkaution zurückfordern: So gehen Sie vor

Wenn sich der Vermieter mehr als sechs Monate mit der Rückzahlung Zeit lässt und es dafür keinen ersichtlichen Grund gibt, sollten Sie ihn daran erinnern und Ihre Mietkaution schriftlich zurückfordern.

In Ihrem Anschreiben an den Vermieter sollte Folgendes stehen:

  • wann das Mietverhältnis beendet war (Datum)
  • wann Sie die Wohnung ordnungsgemäß übergeben haben (Datum), eventuell mit Hinweis auf das Wohnungsübergabeprotokoll
  • in welcher Höhe Sie eine Kaution hinterlegt haben
  • Aufforderung, die Kaution bis zu einem bestimmten Datum (konkrete Frist setzen!) auf Ihr Konto zu überweisen
  • Hinweis, dass Sie ansonsten einen Anwalt mit der Durchsetzung Ihrer Forderung beauftragen

Sie wechseln die Wohnung? Ihre neue Adresse machen Sie Ihren Kontakten ganz einfach und kostenlos mit einer Umzugsmitteilung zugänglich.

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