Zur Umzugsmitteilung
Suche & PlanungUrlaubSonderurlaub bei Umzug: Wann habe ich Anspruch darauf?

Urlaub

Sonderurlaub bei Umzug: Wann habe ich Anspruch darauf?

Sonderurlaub
iStock/thomas-bethge 2018

Die wichtigsten Fragen und Antworten

Wann bekommt man Sonderurlaub bei einem Umzug?
Anspruch auf Urlaub haben Sie, wenn Ihr Umzug diese zwei Bedingungen erfüllt:
  1. Der Umzug ist betrieblich bedingt.
  2. Der Umzug muss dringend während der Arbeitszeit stattfinden.
Wie viele Tage Sonderurlaub erhalte ich bei einem Umzug?

Wenn Sie zum Beispiel von Ihrem Arbeitgeber an einen anderen Standort versetzt werden oder der Firmensitz verlagert wird, steht Ihnen ein freier Tag für den Umzug zu.

In Ausnahmefällen, zum Beispiel wenn der neue Wohnort weit weg liegt, sind auch mehrere Tage möglich. Ist der Umzug nicht zwingend nötig, weil die Firma nur in die Nachbarstadt zieht, gehen Sie gesetzlich leider leer aus.

Was ist die rechtliche Grundlage für Sonderurlaub bei Umzug?

Rechtliche Grundlage ist § 616 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB). Die Vorschrift besagt, dass der Arbeitgeber weiterhin Gehalt zahlen muss, wenn eine Arbeitsverhinderung a) nicht vom Arbeitnehmer selbst verschuldet wurde und b) nur eine relativ unerhebliche Zeit dauert. Daraus ergibt sich ein Recht auf Sonderurlaub.

Sie haben z. B. Ihre Traumimmobilie gefunden und wollen deshalb mit Ihrem Ehepartner und Kind umziehen? Die Verantwortung für den Wohnsitzwechsel tragen Sie in diesem Fall selbst – einen Anspruch auf Urlaub am Umzugstag haben Sie also nicht.

    Sonderurlaub für den Umzug: Welche Rolle Arbeits- und Tarifvertrag spielen

    Auch wenn Sie laut Bundesurlaubsgesetz keinen gesetzlichen Anspruch auf Sonderurlaub wegen Umzug haben, besteht möglicherweise trotzdem die Chance auf Freistellung für den Wohnungswechsel – aus vertraglichen Gründen. Ist zum Beispiel eine besondere Regelung zum Umzugsurlaub Teil Ihres Arbeitsvertrags? Gibt es eine gesonderte Betriebsvereinbarung zum Thema Urlaub bei Umzug? Ein Blick in folgende Unterlagen kann sich lohnen:

    • Arbeitsvertrag
    • Betriebsvereinbarung
    • Tarifvertrag

     

     

     

     

     

     

    Auch wenn gesetzlich kein grundsätzlicher Urlaubsanspruch bei Umzug verankert ist: Vor allem in Branchen mit einflussreichen Gewerkschaften, also Unternehmen mit Betriebsrat, gibt es häufig spezielle Regelungen zu Arbeitstagen, Sonderurlaub und Urlaubsgeld zugunsten von Arbeitnehmern. So hat zum Beispiel die IG Metall einen Tag Sonderurlaub beim Arbeitgeber herausgehandelt. Und das unabhängig davon, ob der Umzug nun aus betrieblichen Gründen stattfindet oder nicht.

    Gesetzlicher Sonderurlaub: Was ist das?

    Der gesetzliche Sonderurlaub ist eine bezahlte Freistellung von der Arbeit. In bestimmten Fällen dürfen Arbeitnehmer der Arbeit fernbleiben, ohne dass ihr Gehalt gekürzt wird. Dazu zählen:
    • Heirat,
    • Geburt eigener Kinder,
    • und Todesfälle naher Angehöriger.
    Dieser Anspruch gilt für alle regulären Arbeitnehmer, also auch für Auszubildende, Arbeitnehmer in Teilzeit und in der Probezeit, Angestellte im öffentlichen Dienst und Beamte.

    Checkliste für den Umzug herunterladen

    Diese Regeln gelten im öffentlichen Dienst für Sonderurlaub beim Umzug

    Der Tarifvertrag spielt auch für Angestellte im öffentlichen Dienst eine Rolle. Der Punkt Sonderurlaub nach § 616 BGB ist im TVöD (Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst) extra aufgeführt. Verbessern tut der Vertrag die Lage der Angestellten leider nicht. Er bestätigt nur den gesetzlichen Anspruch auf Sonderurlaub bei Umzug:

    Laut § 29 TVöD haben Angestellte im öffentlichen Dienst Anspruch auf einen Tag Sonderurlaub, wenn sie aus betrieblichem oder dienstlichem Grund an einen anderen Ort ziehen.

    Für Beamte gelten andere Vorschriften: Bundesbeamte und Richter können sich in Sachen Sonderurlaub auf die Sonderurlaubsverordnung (SUrlV) berufen. Für Beamte der Länder ist die SUrlV nicht unbedingt relevant. Abhängig vom Bundesland kann es andere Freistellungs- und Urlaubsverordnungen geben.

    Sonderurlaub für Angestellte im öffentlichen Dienst ist im TVöD geregelt.
    Sonderurlaub für Angestellte im öffentlichen Dienst ist im TVöD geregelt.

    Wie Sie auch ohne Sonderurlaub am Umzugstag trotzdem frei bekommen

    Weder Gesetz noch Vertrag berechtigen Sie dazu, am Umzugstag freizunehmen? Dann bleiben Ihnen diese Möglichkeiten:

    • Regulären Urlaub einreichen: Nutzen Sie einen Ihrer Urlaubstage, um Ihren Umzug möglichst entspannt über die Bühne zu bringen.
    • Unbezahlte Freistellung beantragen: Fragen Sie bei Ihrem Arbeitgeber an, ob Sie ein oder zwei Tage frei bekommen, wenn Sie dafür anteilig auf Gehalt verzichten. Einen gesetzlichen Anspruch auf unbezahlten Urlaub haben Sie zwar nicht, aber mit Glück lässt Ihr Vorgesetzter mit sich reden.
    • Überstunden abbummeln: Ihr Zeitkonto ist prall gefüllt? Nutzen Sie die angehäufte Mehrarbeit, um Ihren Wunschtermin freizuschaufeln.
    Auch ohne Sonderurlaub können Sie sich den Umzugstag freihalten.
    Kein Sonderurlaub am Umzugstag? Kein Grund zur Trauer. Halten Sie sich den Tag eben anders frei, indem Sie zum Beispiel Überstunden abbummeln.

     

    Tipp: Autovermietungen und Umzugsfirmen rufen aufgrund der großen Nachfrage am Wochenende oft höhere Preise auf als an Wochentagen. Es kann sich also rechnen, ein paar Überstunden anzusammeln oder einen Urlaubstag zu opfern und dafür den Umzugstag kostengünstig in die Woche zu legen.

    Ob mit oder ohne Sonderurlaub: Für Ihren Umzug wünschen wir Ihnen gutes Gelingen!

     

     

    Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?
    48
    241

    Post nachsenden lassen

    Rundum abgesichert: Mit dem NACHSENDESERVICE erreicht Ihre Privat- und Geschäftspost Sie auch nach dem Umzug an der richtigen Adresse. Schon ab 23,90 Euro.

    Nachsendeauftrag erteilen

    Umzugsadresse mitteilen

    Kostenlos und bequem: einmal Adresse eingeben, fertig! Viele Ihrer Vertragspartner aktualisieren Ihre Adresse selbstständig und Sie bleiben erreichbar.

    Umzugsmitteilung jetzt nutzen
    Zur Umzugsmitteilung